Planung der Nachfolge im Familienunternehmen – Ein Plan B ist ok

Planung der Nachfolge im Familienunternehmen

EWIG LOCKT DIE FERNE – DER LANGE WEG NACH HAUSE

Gewöhnlicherweise geht der Entscheidung, eine Planung der Nachfolge im Familienunternehmen zu beginnen, ein längeres inneres Ringen voraus. Natürlich gibt es auch die Fälle, die sich ab Geburt nichts anderes vorstellen konnten, als in die Fußstapfen des Vorgängers zu treten und von diesem Pfad bis zur Vetragsunterschrift nicht abweichen. Bei vielen Probanden allerdings lenkt schon eine ortsferne Ausbildung – die jedem nur dringend zu empfehlen ist – den Blick auf weitere Lebensgestaltungsoptionen fern des heimatlichen Betriebs und eine erste Anstellung mit netten Kollegen, guter Bezahlung und interessanten Aufgaben – die jedem noch viel dringender zu empfehlen ist – tut ihr übriges. Denn ewig lockt die Fremde und der heimatliche Betrieb – oft im Ländlichen gelegen und mit ach so vertrauter Gesamtumgebung – erscheint mitunter wenig attraktiv, hat man den Ort nicht wenige Jahre zuvor mit Pauken und Trompeten verlassen.

EINE AUFGABE FÜRS LEBEN ODER LEBENSLÄNGLICH

Da wundert es nicht, wenn nach seitenlangem Pro-Kontra zu dieser Entscheidung der Entschluss zurück zu gehen, am Ende bombenfest und unwiderruflich steht.

Die Würfel sind für diese Lebensversion gefallen, es gibt kein Zurück. Nachfolger sollten sogar so empfinden, denn unstete Persönlichkeiten mit schwankendem Entscheidungsverhalten und sprunghaftem (Arbeits-)lebenswandel, die immer nur kurz wissen, was sie gerade möchten, geben gewöhnlich keine guten Unternehmer ab. Der amtierende Inhaber tut mit ununterbrochener Rede, dass das Unternehmen zu führen eine Aufgabe fürs Leben sei sein Übriges, um das Ganze zu einem alternativlosen Unterfangen zu machen. So hat er es in vielen Fällen ja auch vorgelebt.

DAS TATOO „VERANTWORTUNG“

Jetzt ist der Nachfolger also zu Hause angekommen. Der Blick ist fest in die Zukunft mit der Firma gerichtet, alle denkbaren Alternativen wurden tief auf dem Ponyhof des Lebens vergraben und das unsichtbare Tattoo „Verantwortung“ blitzt ihm jedes Mal im Spiegel quer über die Stirn geschrieben entgegen. Er krempelt die Ärmel hoch, macht sich an die Arbeit und versteht, dass sein zukünftiger Lebensmittelpunkt in seiner alten Heimat ist. Er hängt sich zu 100% hinein und es macht ihm Spaß – eine gute Entscheidung.

NICHTS IST FÜR DIE EWIGKEIT – UND EIN STÜCK FREIHEIT

Sollte es ihm aber in den kommenden Monaten und Jahren so gehen, wie 60-70% aller Nachfolger, die ihren Platz nach der Planung der Nachfolge im Familienunternehmen nie final antreten, dann entwickelt er am Besten einen hübschen Plan B und legt ihn in die unterste Schublade.

Denn Nichts ist mehr für die Ewigkeit und die Chance, dass seine einbetonierten Weichen heraus gepflügt und in alle Himmelsrichtungen gestreut werden, ist hoch. Dann fliegt er mit Karacho aus der Lebensplanungskurve und hat zum ersten Mal in seinem Leben keine Ahnung, wie und wo es weiter geht. Seine Kraft und seine Kreativität hat er in den Laden gesteckt – der Vertrag mit sich selbst gebietet es – Platz für unanständige „HansguckindieLuftwaskönnteichdennsonstsomachen“ Gedanken war da nicht.

Einen Plan B hervorholen zu können, wenn

  • die Finanzierungsgespräche unvereinbar verlaufen

  • die Banken einen Riegel vorschieben

  • der Nachfolger sich eingesteht, das Unternehmen nicht führen zu können
  • der Amtsinhaber nicht gehen kann, weil er nicht weiß, wie sein Leben nach der Firma aussieht und das erst merkt, wenn er gehen will

  • oder er vergisst, dass er nicht unsterblich ist und denkt, auch mit 85 Jahren noch sinnvoll entscheiden zu können

  • wenn Partner oder Partnerin des Nachfolgers nicht mehr mitspielen und ihn vor die Wahl „Unternehmen oder wir“ stellen
  • wenn andere Familienmitglieder plötzlich Interesse bekunden

  • oder wenn überraschend die neue Partnerin oder heimliche Geliebte aus dem Schrank springt, die endlich auch was vom Kuchen will und der Inhaber vergisst, dass Blut dicker sein sollte…

Wenn also ungewöhnlich Gewöhnliches geschieht, ist ein Plan B eine große Erleichterung und ein Stückchen Freiheit, das man sich gönnen sollte. Daran ist nichts Verwerfliches und es macht einen nicht zu einem schlechteren Nachfolger. Auch nicht, wenn doch alles klappen sollte, weil möglicherweise Hilfestellungen und Partner richtig gewählt wurden. Dann bleibt er eben in der Schublade, der Plan.

Für Start- und auch Geh-Hilfe, die alle Seiten fair und ausgewogen unterstützt, um das gemeinsame Ziel „Übergabe“ zu schaffen, bin ich als diskrete Beratung von Familienunternehmen für Sie da.

Weitere Details zu unserem Angebot in dem Bereich Nachfolgeplanung finden Sie hier: Nachfolgeberatung für Familienunternehmen

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Anna Lisa Selter

Anna Lisa Selter

Nachfolgespezialistin mit Mittelstandsgenen, guten Ideen und 13 Jahren handfester Erfahrung in großen und kleinen Unternehmen und in Nachfolgeposition als GF Mitglied in einem Metall- und Kunststoff verarbeitenden Familienunternehmen mitten im schönen Sauerland.
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